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Cyanotypie selber machen: Blaudrucke mit Sonne und Pflanzen

Ein Blatt, etwas Sonnenlicht und Wasser: Mehr braucht es nicht, um ein kleines Kunstwerk in leuchtendem Blau entstehen zu lassen. Die Cyanotypie ist ein frühes fotografisches Verfahren, bei dem Pflanzen, Gegenstände oder Fotonegative direkt auf lichtempfindliches Papier gelegt und von der Sonne belichtet werden.

Das Ergebnis sind unverwechselbare weisse Silhouetten auf tiefblauem Grund. Jeder Druck ist ein Unikat – und oft bleibt bis zum Auswaschen eine kleine Überraschung.

Mit bereits vorbereitetem Cyanotype-Papier aus unserem Sunprint Kit lässt sich die Technik besonders einfach ausprobieren. Du musst keine Chemikalien anmischen und benötigst weder Kamera noch Drucker.

Was ist Cyanotypie?

Die Cyanotypie – auf Englisch Cyanotype – ist ein fotografisches Druckverfahren, das durch UV-Licht entwickelt wird. Deshalb wird die Technik auch als Sonnendruck bezeichnet. Wegen ihrer charakteristischen blauen Farbe ist zudem der Begriff Blaudruck verbreitet.

Ein flacher Gegenstand wird direkt auf lichtempfindliches Papier gelegt. Wo das Sonnenlicht auf das Papier trifft, entsteht beim anschliessenden Auswaschen die typische blaue Farbe. Die abgedeckten Stellen bleiben hell und bilden die Kontur des Gegenstands ab.

Besonders gut eignen sich Blätter, Gräser, Blumen und Farne. Aber auch Federn, Spitzenstoffe, Scherenschnitte, transparente Materialien oder Fotonegative können spannende Cyanotypien ergeben.

Cyanotypie auf einen Blick

Merkmal Beschreibung
Auch bekannt als Cyanotype, Sonnendruck oder Blaudruck
Benötigt werden Lichtempfindliches Papier, Motiv, transparente Platte, Sonnenlicht und Wasser
Geeignete Motive Blätter, Blüten, Gräser, Farne, Federn, Schablonen und Fotonegative
Belichtungszeit mit dem Sunprint Kit Je nach Stärke der Sonne etwa 1 bis 5 Minuten
Entwicklung Nach der Belichtung mit Wasser auswaschen und trocknen lassen
Ergebnis Weisse oder hellblaue Formen auf intensiv blauem Hintergrund

Woher kommt die Cyanotypie?

Entwickelt wurde das Cyanotypie-Verfahren im Jahr 1842 vom britischen Naturwissenschaftler und Astronomen Sir John Herschel. Bereits ein Jahr später nutzte die Botanikerin Anna Atkins die neue Technik, um Algen und andere Pflanzen detailgetreu abzubilden.

Dazu legte sie die Pflanzen direkt auf behandeltes Papier und belichtete sie im Sonnenlicht. Ihr Werk Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions gilt als das erste Buch, das mit Fotografien illustriert wurde.

Die Verbindung von Botanik und Fotografie prägt die Cyanotypie bis heute. Gerade die feinen Strukturen von Blättern, Farnen und Gräsern kommen im tiefen Blau besonders schön zur Geltung.

Was braucht man für eine Cyanotypie?

Für eine einfache Cyanotypie mit vorbereitetem Fotopapier brauchst du nur wenige Dinge:

  • lichtempfindliches Cyanotype- oder Sunprint-Papier
  • Blätter, Blumen, Gräser oder andere flache Gegenstände
  • eine transparente Acrylglas- oder Glasplatte
  • direktes Sonnenlicht
  • eine Schale oder ein Waschbecken mit Wasser

In unserem Cyanotype Sunprint Kit sind zwölf lichtempfindliche Papiere im Format 10 × 10 cm sowie eine passende transparente Polyacrylglasplatte enthalten. Das Papier ist bereits vorbereitet und kann direkt verwendet werden.

Cyanotypie selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Motive sammeln

Suche draussen nach interessanten Blättern, Gräsern, Blüten oder kleinen Zweigen. Besonders wirkungsvoll sind Pflanzen mit klaren Konturen und gut sichtbaren Blattadern.

Sehr dicke oder gewölbte Pflanzen liegen nicht vollständig auf dem Papier auf. Dadurch können weiche und unscharfe Ränder entstehen. Das kann schön aussehen – für möglichst präzise Abdrücke sollten die Motive jedoch flach sein.

Frische Blätter lassen sich vor der Verwendung kurz zwischen zwei schweren Büchern glätten. Für länger gesammelte Pflanzen eignet sich auch eine Blumenpresse für unterwegs.

2. Arbeitsplatz vorbereiten

Öffne das lichtempfindliche Papier erst, wenn deine Motive bereitliegen. Bereite die Anordnung möglichst im Haus oder an einem schattigen Ort vor, damit das Papier nicht bereits vorzeitig belichtet wird.

Lege das Papier mit der lichtempfindlichen Seite nach oben auf eine gerade Unterlage. Ordne danach Blätter, Blumen oder andere Gegenstände darauf an.

3. Motiv fixieren

Lege die transparente Polyacrylglasplatte vorsichtig über das Motiv. Sie hält die Pflanzen flach auf dem Papier und verhindert, dass leichte Blätter oder Gräser vom Wind verschoben werden.

Je enger das Motiv auf dem Papier liegt, desto schärfer wird später seine Kontur. Bei dreidimensionalen Objekten entstehen dagegen weichere Schatten und unterschiedliche Blautöne.

4. Papier in der Sonne belichten

Bringe das vorbereitete Papier ins direkte Sonnenlicht. Beim Sunprint Kit dauert die Belichtung je nach Jahreszeit, Tageszeit und Stärke der Sonne ungefähr 1 bis 5 Minuten.

Bei kräftiger Mittagssonne geht es schneller als am Morgen, am Abend oder bei bewölktem Himmel. Für die ersten Versuche lohnt es sich, verschiedene Belichtungszeiten auszuprobieren. So bekommst du ein Gefühl dafür, welche Dauer unter den aktuellen Lichtverhältnissen die besten Ergebnisse liefert.

5. Motiv entfernen und Papier auswaschen

Nimm die Platte und das Motiv nach der Belichtung vom Papier. Spüle den Druck anschliessend gründlich mit Wasser aus. Dadurch wird die Entwicklung abgeschlossen und das Bild sichtbar.

Direkt nach dem Auswaschen kann das Blau noch relativ hell wirken. Während das Papier trocknet, wird die Farbe in der Regel kräftiger und entwickelt den charakteristischen Cyanotypie-Farbton.

6. Cyanotypie trocknen lassen

Lege den fertigen Sonnendruck flach auf eine saubere Unterlage und lasse ihn vollständig trocknen. Falls sich das Papier dabei etwas wellt, kannst du es nach dem Trocknen zwischen zwei schwere Bücher legen.

Cyanotypie ohne Chemikalien anzumischen

Mit dem Sunprint Kit kannst du sofort loslegen: zwölf vorbereitete Fotopapiere, eine transparente Platte und eine einfache Entwicklung mit Sonne und Wasser.

Sunprint Kit für Cyanotypien entdecken →

Welche Pflanzen eignen sich für Cyanotypie?

Grundsätzlich kannst du fast alle flachen Pflanzen ausprobieren. Je nach Form entstehen jedoch sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Motiv Wirkung auf dem Cyanotype-Papier
Farne Feine, klar erkennbare Strukturen und klassische botanische Motive
Gräser Filigrane Linien und lockere, bewegte Kompositionen
Blätter Kräftige Silhouetten; bei dünnen Blättern können Blattadern sichtbar werden
Blüten Zarte und teilweise transparente Formen; am besten vorher etwas glätten
Zweige und Samenstände Grafische Formen mit weicheren Rändern, wenn das Motiv nicht ganz flach liegt
Federn Sehr feine und detaillierte Abbildungen

Weitere Ideen für Cyanotype- und Sunprint-Bilder

Du musst dich nicht auf Pflanzen beschränken. Auch Gegenstände aus dem Haushalt können interessante Muster erzeugen:

  • Spitzenstoffe und Netze
  • Schlüssel und kleine Werkzeuge
  • Buchstaben und Zahlen
  • Papierschablonen und Scherenschnitte
  • transparente Folien mit Zeichnungen
  • Fotonegative mit deutlichen Kontrasten
  • Muscheln, Federn oder dünne Fundstücke

Du kannst auch mehrere Motive kombinieren und kleine Landschaften, Tiere oder abstrakte Muster legen. Besonders mit Kindern entstehen dabei oft Ideen, auf die Erwachsene selbst nicht gekommen wären.

Cyanotypie mit Kindern

Cyanotypie verbindet einen Spaziergang in der Natur mit einem kreativen Experiment. Kinder können zuerst passende Pflanzen und Gegenstände sammeln, anschliessend ihre eigene Komposition legen und beobachten, wie das Sonnenlicht daraus ein Bild entstehen lässt.

Das Sunprint Kit wird für Kinder ab sechs Jahren empfohlen. Erwachsene sollten die Anwendung begleiten und darauf achten, dass das lichtempfindliche Papier entsprechend der Anleitung verwendet und nicht in den Mund genommen wird.

Die kurze Wartezeit ist ein weiterer Vorteil: Bei kräftigem Sonnenlicht ist das Resultat schon nach wenigen Minuten sichtbar. Das macht Cyanotypie auch für Kinder spannend, die bei aufwendigeren Bastelprojekten schnell die Geduld verlieren.

Tipps für besonders schöne Cyanotypien

  • Arbeite zuerst im Schatten: So verhinderst du, dass das Papier schon während der Vorbereitung belichtet wird.
  • Wähle klare Formen: Farne, Gräser und fein gegliederte Blätter ergeben besonders interessante Konturen.
  • Lege die Motive möglichst flach: Je näher sie am Papier liegen, desto schärfer wird der Abdruck.
  • Vermeide Wind: Fixiere leichte Motive mit der transparenten Platte.
  • Teste verschiedene Belichtungszeiten: Die Stärke der Sonne verändert sich je nach Wetter, Tageszeit und Jahreszeit.
  • Spüle das Papier gründlich aus: Dadurch wird der Druck entwickelt und die nicht reagierten Bestandteile werden entfernt.
  • Lass dich überraschen: Leichte Unschärfen und unterschiedliche Blautöne gehören zum Charakter der Cyanotypie.

Häufige Fragen zur Cyanotypie

Was bedeutet Cyanotypie?

Cyanotypie bezeichnet ein fotografisches Druckverfahren, bei dem lichtempfindliches Material durch UV-Licht belichtet und anschliessend mit Wasser entwickelt wird. Typisch ist die intensiv blaue Farbe. Der englische Begriff dafür lautet Cyanotype.

Ist Cyanotypie dasselbe wie Blaudruck?

Cyanotypien werden häufig als Blaudrucke bezeichnet. Der Begriff Blaudruck kann allerdings auch andere historische Druck- und Färbeverfahren meinen. Bei der Cyanotypie entsteht das Bild durch die Reaktion eines lichtempfindlichen Papiers auf UV-Licht.

Braucht man für Cyanotypie direktes Sonnenlicht?

Direktes Sonnenlicht ermöglicht eine kurze und gut einschätzbare Belichtungszeit. Auch bei leichter Bewölkung ist UV-Licht vorhanden, die Belichtung kann dann jedoch länger dauern und das Ergebnis weniger vorhersehbar sein.

Kann man Cyanotypie ohne Chemikalien machen?

Für die klassische Cyanotypie muss Papier mit einer lichtempfindlichen Lösung vorbereitet werden. Bei vorbeschichtetem Sunprint- oder Cyanotype-Papier ist dieser Schritt bereits erledigt. Du musst selbst keine Chemikalien anmischen und entwickelst das Bild lediglich mit Sonnenlicht und Wasser.

Kann man ein Foto als Cyanotypie drucken?

Ja. Dafür wird ein transparentes Fotonegativ in der Grösse des gewünschten Bildes auf das lichtempfindliche Papier gelegt. Besonders gut funktionieren Negative mit klaren Kontrasten und engem Kontakt zum Papier.

Wie lange muss Cyanotype-Papier in der Sonne liegen?

Die Belichtungszeit hängt vom verwendeten Papier und von der Stärke des Sonnenlichts ab. Beim Sunprint Kit beträgt sie je nach Bedingungen ungefähr 1 bis 5 Minuten.

Fazit: Mit Sonnenlicht wird Natur zu Kunst

Cyanotypie ist gleichzeitig Fotografie, Naturerlebnis und kreatives Experiment. Die Technik ist einfach genug für erste Versuche mit Kindern, bietet aber gleichzeitig unzählige Möglichkeiten für anspruchsvolle botanische Bilder und abstrakte Kompositionen.

Du brauchst weder eine Kamera noch einen Drucker. Mit lichtempfindlichem Papier, einem interessanten Motiv, etwas Sonne und Wasser entsteht innerhalb weniger Minuten ein einzigartiger Blaudruck.

Jetzt das Cyanotype Sunprint Kit mit 12 Blatt entdecken →

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