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Welche Pflanzen eignen sich für Cyanotypie? 15 schöne Motive für Sonnendrucke

Farne, Gräser, Blüten oder ein einzelnes Blatt: Für eine schöne Cyanotypie braucht es oft gar kein spektakuläres Motiv. Gerade ganz gewöhnliche Pflanzen ergeben auf dem tiefblauen Papier überraschend grafische Bilder.

Aber nicht jede Pflanze funktioniert gleich gut. Manche ergeben gestochen scharfe Konturen, andere werden fast durchsichtig und erzeugen verschiedene Blautöne. Dicke oder stark gewölbte Blätter können dagegen schnell unscharf wirken.

Wir zeigen dir 15 Pflanzen, Blätter und Samenstände, die sich besonders gut für Cyanotypie eignen – und erklären, worauf du beim Sammeln, Pressen und Anordnen achten solltest.

Falls du die Technik noch gar nicht kennst, findest du zuerst in unserer Cyanotypie-Anleitung für Anfänger eine komplette Schritt-für-Schritt-Erklärung vom Belichten bis zum Auswaschen.

Kurze Antwort:

Besonders gut für Cyanotypie eignen sich flache Pflanzen mit klaren oder filigranen Konturen: Farne, Gräser, Ahornblätter, Ginkgo, Klee, Lavendel, Doldenblüten und feine Kräuter. Je näher das Motiv am lichtempfindlichen Papier liegt, desto schärfer wird später seine Silhouette.

Was macht eine Pflanze für Cyanotypie geeignet?

Bei einem Sonnendruck entsteht das Bild dort, wo die Pflanze das UV-Licht vom Papier fernhält. Deshalb ist nicht die Farbe der Blüte oder des Blattes entscheidend, sondern vor allem seine Form und Lichtdurchlässigkeit.

Besonders interessante Ergebnisse entstehen mit Pflanzen, die mindestens eines dieser Merkmale haben:

  • eine deutlich erkennbare Silhouette,
  • feine Blattadern,
  • filigrane Blätter oder Blütenstände,
  • unterschiedlich dichte Pflanzenteile,
  • eine Form, die möglichst flach auf dem Papier liegt.

Ein dickes, fleischiges Blatt kann ebenfalls spannend aussehen. Die Konturen werden jedoch häufig weicher, weil zwischen Pflanze und Papier etwas Abstand bleibt.

Motiv Wirkung Für Anfänger
Farne Sehr filigran und botanisch Sehr gut
Gräser Feine, grafische Linien Sehr gut
Dünne Blätter Klare Form, teilweise sichtbare Adern Sehr gut
Blüten Zart, teilweise transparent Gut
Samenstände Ungewöhnlich und sehr grafisch Gut
Dicke Blätter Kräftige Form, weichere Ränder Mit etwas Übung

1. Farne – der Cyanotypie-Klassiker

Wenn es eine Pflanze gibt, die wie für Cyanotypie gemacht scheint, dann ist es der Farn.

Die einzelnen Fiederblätter erzeugen eine sehr feine Struktur, gleichzeitig ist die Gesamtform sofort erkennbar. Deshalb wirken Farne sowohl einzeln als auch in Kombination mit anderen Pflanzen besonders schön.

Kleinere Farnwedel passen gut auf unser 10 × 10 cm grosses Cyanotype Sunprint Papier. Grössere Wedel kannst du teilen oder nur einen interessanten Ausschnitt verwenden.

2. Gräser und Ähren

Gräser ergeben ganz andere Bilder als breite Blätter. Ihre dünnen Halme und feinen Samenstände zeichnen helle Linien in das Blau.

Besonders schön wirken mehrere verschiedene Gräser, die locker nebeneinander angeordnet werden. Du musst dabei nicht alles symmetrisch legen – gerade eine etwas zufällige Anordnung kann wie eine kleine Wiese wirken.

Gräser lassen sich ausserdem sehr leicht flach auf das Papier legen und sind deshalb ideal für die ersten Versuche.

3. Ahornblätter

Ahornblätter haben eine starke, sofort erkennbare Silhouette. Die tief eingeschnittenen Blattspitzen ergeben auf Cyanotype-Papier eine besonders grafische Form.

Ein einzelnes kleines Ahornblatt kann bereits reichen, um ein schönes Bild zu gestalten.

Sehr grosse Blätter müssen nicht vollständig auf das Papier passen. Interessant kann auch sein, nur einen Ausschnitt oder einen Teil des Blattes zu belichten.

4. Ginkgo

Das fächerförmige Ginkgoblatt wirkt fast wie ein grafisches Symbol und eignet sich deshalb hervorragend für minimalistische Cyanotypien.

Ein einzelnes Blatt mittig auf dem Papier ergibt ein sehr ruhiges Bild. Mehrere kleinere Ginkgoblätter lassen sich dagegen zu Mustern oder Kreisen anordnen.

Da das Blatt relativ flach ist, entstehen normalerweise klare Konturen.

5. Klee

Klee findest du fast überall – und genau diese unscheinbare Pflanze ergibt erstaunlich schöne Sonnendrucke.

Die kleinen runden Blätter und dünnen Stängel erzeugen ein feines Muster. Besonders interessant wird es, wenn du mehrere Stängel übereinander oder leicht versetzt anordnest.

Und natürlich darfst du beim Sammeln nach einem vierblättrigen Exemplar Ausschau halten.

6. Lavendel

Lavendel kombiniert einen schmalen Stängel mit vielen kleinen Blüten und eignet sich dadurch besonders gut für hochformatige oder diagonale Kompositionen.

Frischer Lavendel ist allerdings etwas dreidimensional. Für besonders klare Konturen kannst du ihn vor dem Belichten leicht pressen.

Wie das funktioniert, erklären wir in unserem Artikel Blumen pressen – so bleiben Blätter und Blüten schön flach.

7. Dill und Fenchel

Die feinen Blätter von Dill und Fenchel erzeugen fast federartige Strukturen. Gerade vor dem tiefen Cyanblau wirken diese Motive besonders filigran.

Auch die späteren Dolden eignen sich sehr gut. Eine einzelne Dolde kann auf dem Papier wie ein kleines Feuerwerk aussehen.

Bei sehr feinen Pflanzenteilen ist die transparente Platte wichtig, damit sich während der Belichtung nichts bewegt.

8. Schafgarbe und andere Doldenblüten

Schafgarbe besitzt viele kleine Einzelblüten, die gemeinsam einen flachen Blütenstand bilden. Dadurch entstehen sehr detailreiche Abdrücke.

Ähnlich funktionieren wilde Möhre und andere feine Doldenblütler.

Diese Motive wirken besonders schön, wenn ein Teil des Stängels sichtbar bleibt. So erkennt man nicht nur eine Blütenfläche, sondern die ganze Pflanzenform.

9. Gänseblümchen

Gänseblümchen sind klein genug für Cyanotype-Papier und haben mit ihren vielen einzelnen Blütenblättern eine klar erkennbare Form.

Da die Blütenköpfe etwas dicker sind, lohnt es sich, sie vorher vorsichtig flach zu pressen.

Mehrere kleine Gänseblümchen ergeben eine verspielte Komposition; ein einzelnes gepresstes Exemplar kann dagegen sehr reduziert wirken.

10. Margeriten

Margeriten funktionieren ähnlich wie Gänseblümchen, bieten aber durch ihre grössere Blüte noch deutlichere Formen.

Besonders interessant sind die einzelnen Blütenblätter: Liegen sie nicht überall gleich dicht auf dem Papier, können verschiedene Helligkeiten entstehen.

Für ein möglichst scharfes Ergebnis solltest du die Blüte vorher pressen.

11. Mohn – besonders die Samenkapseln

Bei Mohn sind nicht nur die Blüten interessant. Besonders schön für Cyanotypie sind die charakteristischen Samenkapseln.

Ihre runde Form mit der kleinen Krone am oberen Ende ergibt eine sehr klare Silhouette. Zusammen mit dem dünnen Stängel entstehen fast schon grafische Zeichnungen.

Auch getrocknete Mohnkapseln funktionieren gut und lassen sich immer wieder für neue Bilder verwenden.

12. Löwenzahn und seine Samenstände

Ein gewöhnliches Löwenzahnblatt erzeugt durch seine gezackte Form bereits ein interessantes Motiv.

Noch spannender ist aber der Samenstand. Die feinen Schirmchen können auf Cyanotype-Papier sehr zarte Strukturen erzeugen.

Die Herausforderung: Sie sind extrem leicht. Lege deshalb die transparente Platte vorsichtig auf und arbeite möglichst windgeschützt.

13. Kräuter wie Rosmarin und Thymian

Auch aus der Küche kommen gute Cyanotypie-Motive.

Rosmarinzweige ergeben viele schmale, parallele Blätter und wirken fast geometrisch. Thymian besitzt dagegen kleine Blättchen an feinen verzweigten Stängeln.

Damit kannst du Cyanotypie ausprobieren, ohne überhaupt in die Natur gehen zu müssen.

14. Kapuzinerkresse

Die fast runden Blätter der Kapuzinerkresse mit ihren strahlenförmigen Blattadern sehen völlig anders aus als Farne oder Gräser.

Gerade diese klare Kreisform macht sie interessant. Dünnere, jüngere Blätter können bei der Belichtung teilweise Licht durchlassen und dadurch mehr Abstufungen erzeugen als ein vollständig undurchsichtiges Blatt.

15. Kleine Zweige und Samenstände

Im Spätsommer und Herbst verändert sich die Auswahl draussen. Statt frischer Blüten findest du immer mehr trockene Samenstände, kleine Zweige und verblühte Pflanzen.

Für Cyanotypie ist das kein Nachteil – im Gegenteil.

Getrocknete Samenstände besitzen oft besonders interessante Strukturen. Kleine Zweige ergeben klare Linien, und verwelkte Blüten können grafischer wirken als eine perfekte Sommerblüte.

Damit wird Cyanotypie zu einem kreativen Projekt, das praktisch zu jeder Jahreszeit funktioniert.

Frische oder gepresste Pflanzen – was ist besser?

Beides funktioniert, aber das Ergebnis ist unterschiedlich.

Frische Pflanzen Gepresste Pflanzen
Konturen Teilweise weicher Meist schärfer
Vorbereitung Sofort verwendbar Müssen vorher getrocknet werden
Dicke Blüten Liegen nicht immer flach Deutlich einfacher zu fixieren
Wiederverwendung Eher begrenzt Mehrfach verwendbar

Für dünne Blätter, Gräser und kleine Farne kannst du problemlos mit frischem Material starten.

Blüten, gewölbte Blätter oder Pflanzen, die du mehrfach verwenden möchtest, lassen sich besser vorher pressen.

Wer gerne draussen Motive sammelt, kann mit unserer kleinen Blumenpresse für die Tasche Blätter und Blüten direkt unterwegs flach einlegen und später zuhause für Cyanotypien verwenden.

Welche Pflanzen ergeben besonders scharfe Cyanotypien?

Für scharfe Konturen ist weniger die Pflanzenart entscheidend als der Kontakt zum Papier.

Je näher ein Blatt oder eine Blüte auf der lichtempfindlichen Oberfläche liegt, desto weniger Sonnenlicht kann seitlich darunter gelangen.

Für möglichst klare Bilder:

  1. Wähle eher flache Motive.
  2. Presse dickere Blüten vorher.
  3. Lege das Motiv möglichst direkt auf das Papier.
  4. Fixiere es mit einer transparenten Platte.
  5. Achte darauf, dass während der Belichtung nichts verrutscht.

In unserem Cyanotype Sunprint Kit ist eine transparente Polyacrylglasplatte bereits enthalten. Sie hat genau die Grösse des 10 × 10 cm grossen Fotopapiers und hält die Pflanzen während der Belichtung an ihrem Platz.

Die schönsten Motive müssen nicht kompliziert sein

Beim ersten Versuch entsteht schnell der Wunsch, möglichst viele Pflanzen auf einem Blatt unterzubringen. Oft funktioniert das Gegenteil besser.

Probiere beispielsweise:

  • nur einen einzelnen Farn,
  • ein Ginkgoblatt genau in der Mitte,
  • drei Grashalme diagonal über das Papier,
  • eine einzelne Dolde,
  • mehrere kleine Kleeblätter,
  • einen einzigen Mohn-Samenstand.

Durch die starke Kombination aus Weiss und Blau braucht ein Cyanotypie-Bild nicht viele Elemente, um interessant zu wirken.

Gestaltungstipp:

Lass bewusst freie Fläche. Die tiefblaue Umgebung gehört genauso zum Bild wie die helle Pflanzensilhouette.

Cyanotypie im Spätsommer und Herbst

Auch wenn die grosse Blütezeit langsam vorbei ist, beginnt für Cyanotypie eine besonders interessante Phase.

Im Spätsommer findest du gleichzeitig:

  • noch frische Blüten,
  • reife Gräser,
  • erste Samenstände,
  • unterschiedlich geformte Blätter,
  • trockene Pflanzenteile.

Dadurch wird die Auswahl sogar grösser. Und weil das Sunprint-Papier mit UV-Licht reagiert, muss draussen nicht Hochsommer sein. Entscheidend ist die Stärke des verfügbaren Sonnenlichts; bei schwächerer Sonne kann die Belichtung entsprechend länger dauern.

Cyanotypie mit Kindern: Pflanzen sammeln und Bilder gestalten

Besonders schön ist die Technik als Verbindung zwischen Spaziergang und Bastelprojekt.

Die Kinder suchen draussen beispielsweise:

  • ein besonderes Blatt,
  • drei unterschiedliche Gräser,
  • eine Blüte,
  • einen Samenstand.

Zuhause werden die Fundstücke auf dem Papier arrangiert. Anschliessend kommt die transparente Platte darüber und das Bild wird in die Sonne gelegt.

So entsteht aus einem normalen Spaziergang eine kleine botanische Sammlung – nur eben nicht im klassischen Herbarium, sondern in Blau und Weiss.

Die komplette Anleitung mit Belichtungszeit, Auswaschen und Trocknen findest du in unserem Beitrag Cyanotypie selber machen: Blaudrucke mit Sonne und Pflanzen.

Was braucht man für Cyanotypie mit Pflanzen?

Für die einfache Variante brauchst du nur wenige Dinge:

  • lichtempfindliches Cyanotype-Papier,
  • Blätter, Blüten oder andere flache Motive,
  • eine transparente Platte zum Fixieren,
  • Sonnenlicht,
  • Wasser zum Auswaschen.

Mit unserem Cyanotype Sunprint Kit kannst du direkt beginnen. Es enthält zwölf bereits lichtempfindlich vorbereitete Papiere im Format 10 × 10 cm sowie eine passende transparente Polyacrylglasplatte.

Du musst keine Cyanotypie-Chemikalien anmischen und das Papier nicht selbst beschichten. Motiv auswählen, auflegen, belichten, mit Wasser auswaschen und trocknen lassen.

Lust auf den ersten eigenen Sonnendruck?

12 vorbereitete Cyanotype-Papiere und eine transparente Platte – Pflanzen sammeln und direkt loslegen.

Cyanotype Sunprint Kit entdecken

Ein Blatt kann bereits reichen

Das Spannende an Cyanotypie ist, dass man plötzlich anders auf Pflanzen schaut.

Beim nächsten Spaziergang fällt nicht nur die Farbe einer Blüte auf, sondern die Form eines Farnwedels, die Adern eines Blattes oder der feine Samenstand eines Grases.

Und manchmal ergibt gerade das unscheinbarste Fundstück den schönsten Druck.

Du brauchst deshalb keine perfekte Pflanze und keinen grossen Blumenstrauss. Ein Blatt, etwas Sonnenlicht und ein Stück Cyanotype-Papier können bereits genügen.

Häufige Fragen zu Pflanzen für Cyanotypie

Welche Pflanzen eignen sich am besten für Cyanotypie?
Besonders gut funktionieren Farne, Gräser, dünne Blätter, Kräuter, Doldenblüten und andere flache Pflanzen mit klaren oder filigranen Konturen.

Kann man frische Blumen für Cyanotypie verwenden?
Ja. Dünne und relativ flache Blüten können direkt verwendet werden. Dickere Blüten solltest du vorher pressen, wenn du möglichst scharfe Konturen möchtest.

Muss man Pflanzen für Cyanotypie pressen?
Nein. Flache Blätter, Gräser und Farne können direkt verwendet werden. Pressen lohnt sich vor allem bei dreidimensionalen Blüten und gewölbten Blättern.

Welche Blätter ergeben besonders schöne Cyanotypien?
Farne, Ahorn, Ginkgo, Klee und fein strukturierte Kräuter sind besonders dankbare Motive. Entscheidend ist aber vor allem eine interessante Form und guter Kontakt zum Papier.

Kann man getrocknete Pflanzen für Cyanotypie verwenden?
Ja. Gepresste Blätter, Blüten und Samenstände eignen sich sehr gut und können teilweise mehrfach verwendet werden.

Kann man Cyanotypie auch im Herbst machen?
Ja. Solange genügend UV-Licht vorhanden ist, funktioniert Cyanotypie auch ausserhalb des Hochsommers. Bei schwächerem Sonnenlicht kann die Belichtung länger dauern.

Was brauche ich als Anfänger für Cyanotypie?
Mit vorbereitetem Cyanotype-Papier brauchst du nur ein Motiv, eine transparente Platte, Sonnenlicht und Wasser. Unser Sunprint Kit enthält zwölf lichtempfindliche Papiere und eine passende Polyacrylglasplatte.

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