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Wie viel Saatgut kommt ins Keimglas? Mengen für Brokkoli, Radieschen & Co.

Ein Esslöffel? Zwei? Oder einfach den Boden des Keimglases bedecken? Wer zum ersten Mal Sprossen zieht, steht ziemlich schnell vor dieser Frage. Und tatsächlich macht die Saatgutmenge einen Unterschied: Aus einer überraschend kleinen Menge Samen kann innerhalb weniger Tage ein fast volles Glas werden.

Für ein Keimglas mit 500 ml reichen bei den meisten feinen Sprossensamen ungefähr 5 bis 15 g Saatgut. Brokkoli funktioniert beispielsweise gut mit rund 10 g, bei Radieschen kannst du mit etwa 5 g starten. Lieber zunächst etwas weniger nehmen: Zu dicht gefüllte Keimgläser lassen sich schlechter spülen und abtropfen.

Wie viel Saatgut für ein 500-ml-Keimglas?

Die genaue Menge hängt von der Sorte ab. Manche Samen sind winzig und bilden sehr feine Sprossen, andere entwickeln innerhalb weniger Tage kräftige Keimlinge.

Für unser 500-ml-Keimsprossen-Glas kannst du dich an diesen Mengen orientieren:

Sorte Gute Startmenge Ernte ungefähr
Brokkoli ca. 8–10 g 5–6 Tage
Radieschen ca. 5 g 3–5 Tage
Daikon-Rettich ca. 5–8 g ca. 3 Tage
Alfalfa ca. 10–15 g 5–7 Tage

Die Mengen sind praktische Richtwerte für ein 500-ml-Keimglas. Saatgut, Raumtemperatur und gewünschte Erntemenge können das Ergebnis etwas verändern. Wenn du neu anfängst, nimm lieber die kleinere Menge.

Warum braucht man so wenig Saatgut?

Am ersten Tag sieht ein Teelöffel oder Esslöffel Samen im Glas fast nach nichts aus. Das ändert sich schnell.

Die Samen nehmen beim Einweichen Wasser auf, quellen und bilden anschliessend Wurzeln, Stängel und kleine Blätter. Nach einigen Tagen benötigt die gleiche Menge plötzlich einen grossen Teil des Glases.

Bei Brokkoli entstehen aus ungefähr einem Esslöffel Saatgut bereits überraschend viele Sprossen. Bei Alfalfa ist der Effekt noch deutlicher, weil die Samen sehr klein sind und sich stark vermehren.

Unser Tipp für den ersten Versuch:

Fülle das Glas nicht möglichst voll. Eine kleinere Portion ist leichter zu spülen, trocknet besser ab und wird meistens gegessen, bevor du dir Gedanken über die Aufbewahrung machen musst.

Brokkoli: etwa 8 bis 10 g reichen

Brokkoli ist für ein Keimglas besonders unkompliziert. Für ein 500-ml-Glas kannst du mit ungefähr 8 bis 10 g Saatgut beginnen.

Das entspricht ungefähr einem gut gefüllten Esslöffel, wobei das Gewicht genauer ist als die Volumenangabe.

Die Samen werden eingeweicht und danach ein- bis zweimal täglich gespült. Nach etwa fünf bis sechs Tagen sind die Sprossen normalerweise erntereif.

Unser Brokkoli-Keimsaatgut enthält genügend Saatgut für mehrere Durchgänge im Keimglas.

Wenn du Brokkoli zum ersten Mal ziehst, findest du die komplette Anleitung hier: Brokkolisprossen im Keimglas selber anbauen.

Radieschen: 5 g sind ein guter Start

Radieschensprossen wachsen kräftig und überraschend schnell. Deshalb braucht es auch davon nicht viel.

Bei unserem 500-ml-Keimglas liefern wir bewusst eine 5-g-Portion Radish Mix als Starter mit. Damit kannst du einen ersten Durchgang ausprobieren, ohne das Glas gleich zu überfüllen.

Für Radies Red Rubin ist eine ähnliche Menge ein guter Ausgangspunkt. Wenn du nach dem ersten Versuch merkst, dass du etwas mehr möchtest, kannst du beim nächsten Mal leicht erhöhen.

Radieschensprossen sind nach ungefähr drei bis fünf Tagen fertig und schmecken deutlich würziger als Brokkoli oder Alfalfa.

Daikon: ebenfalls lieber klein anfangen

Auch Daikon-Rettich wächst sehr schnell. Für ein 500-ml-Glas würden wir ungefähr 5 bis 8 g als Startmenge verwenden.

Daikon gehört zu den schnellsten Sorten in unserem Sortiment. Unter guten Bedingungen können die Sprossen bereits nach ungefähr drei Tagen geerntet werden.

Geschmacklich erinnern sie an Rettich: frisch, würzig und leicht scharf.

Alfalfa: kleine Samen, erstaunlich viel Ernte

Bei Alfalfa täuscht der erste Eindruck besonders. Die Samen sind winzig, aus einer kleinen Menge entsteht aber ein grosses Volumen feiner Sprossen.

Für ein 500-ml-Glas kannst du mit etwa 10 bis 15 g beginnen. Wenn du das Glas zum ersten Mal benutzt, würden wir eher am unteren Ende starten.

Alfalfa-Sprossen schmecken mild und leicht nussig und sind nach ungefähr fünf bis sieben Tagen erntereif.

Was passiert, wenn zu viel Saatgut im Keimglas ist?

Mehr Saatgut bedeutet nicht automatisch eine bessere Ernte. Im Gegenteil: Ein sehr dicht gefülltes Glas kann die Anzucht unnötig schwierig machen.

Die Sprossen liegen dann eng aufeinander, Wasser läuft schlechter ab und im Inneren bleibt es länger feucht. Genau diese Kombination möchten wir beim Sprossenziehen eigentlich vermeiden.

Wenn dein Keimglas nach einigen Tagen komplett gestopft ist und sich kaum noch ordentlich durchspülen lässt, war die Startmenge wahrscheinlich etwas zu gross.

Beim nächsten Durchgang einfach weniger nehmen.

Zu viel Saatgut kann auch Schimmel begünstigen

Ein überfülltes Keimglas bleibt leichter feucht und bekommt weniger Luft. Das bedeutet nicht, dass ein volles Glas automatisch schimmelt – aber gute Belüftung und vollständiges Abtropfen werden schwieriger.

Nach jedem Spülen sollte deshalb möglichst viel Wasser aus dem Glas laufen können.

Unser Keimsprossen-Glas mit Edelstahlgestell steht dafür schräg, sodass Restwasser durch den Siebdeckel ablaufen kann.

Falls du weisse Härchen an den Wurzeln entdeckst, ist übrigens nicht automatisch etwas schiefgelaufen. In unserem Artikel Sprossen: Schimmel oder Wurzelhaare? zeigen wir dir, woran du den Unterschied erkennst.

Muss man das Saatgut eigentlich abwiegen?

Nein. Nach zwei oder drei Durchgängen wirst du ziemlich schnell ein Gefühl dafür bekommen.

Für den Anfang finden wir eine kleine Küchenwaage trotzdem praktisch, weil ein Esslöffel je nach Samengrösse völlig unterschiedlich schwer sein kann.

Wer keine Waage zur Hand hat, kann bei Brokkoli ungefähr mit einem Esslöffel beginnen und bei Radieschen oder Daikon etwas weniger verwenden.

Viel wichtiger als ein Gramm mehr oder weniger ist, dass im Glas während des Wachstums noch genügend Platz vorhanden ist.

Wie viel Saatgut braucht man bei einem 1-Liter-Keimglas?

Als grobe Orientierung kannst du bei einem doppelt so grossen Glas auch ungefähr die Saatgutmenge verdoppeln.

Wir würden trotzdem nicht sofort bis an die obere Grenze gehen. Sprossen wachsen nicht immer exakt gleich, und etwas zusätzlicher Platz verbessert das Spülen und Abtropfen.

Welche Sorten eignen sich überhaupt fürs Keimglas?

Brokkoli, Radieschen, Daikon und Alfalfa funktionieren sehr gut. Auch weitere feine Keimsaaten können im Glas gezogen werden.

Grössere Sorten wie Erbsen oder Sonnenblumen brauchen dagegen mehr Platz und eignen sich besser für eine Keimschale oder die Anzucht als Microgreens.

Wenn du noch unsicher bist, findest du den direkten Vergleich in unserem Ratgeber Keimglas oder Keimschale – was eignet sich besser?.

Wie viele Portionen bekomme ich aus einer Packung?

Das hängt natürlich von Sorte und Startmenge ab. Aber gerade bei Keimsaatgut reicht eine Packung normalerweise für mehrere Durchgänge.

Eine 100-g-Packung Radies Red Rubin ergibt bei 5 g pro Ansatz beispielsweise ungefähr 20 kleine Ansätze. Bei Brokkoli mit rund 10 g pro Durchgang entsprechend weniger.

Wer verschiedene Sorten ausprobieren möchte, kann auch unser Microgreens Multipack mit 10 Sorten verwenden. So merkst du schnell, welche Sorten dir geschmacklich am besten gefallen.

Und wie ziehe ich die Sprossen jetzt richtig?

Wenn die Menge stimmt, ist der Rest ziemlich einfach: Saatgut einweichen, Wasser abgiessen, das Glas schräg stellen und je nach Sorte ein- bis zweimal täglich mit frischem Wasser spülen.

Die ausführliche Anleitung inklusive Keimzeiten findest du in unserem Ratgeber Sprossen im Keimglas ziehen.

Nach der Ernte sollten die Sprossen möglichst frisch gegessen werden. Falls etwas übrig bleibt, erklären wir hier, wie du Sprossen im Kühlschrank aufbewahrst.

Häufige Fragen

Wie viel Brokkoli-Saatgut kommt in ein 500-ml-Keimglas?

Etwa 8 bis 10 g sind ein guter Ausgangspunkt. Das entspricht ungefähr einem Esslöffel Saatgut.

Wie viel Radieschen-Saatgut braucht ein Keimglas?

Für ein 500-ml-Glas kannst du mit etwa 5 g beginnen. Radieschensprossen wachsen schnell und benötigen nach wenigen Tagen deutlich mehr Platz als die trockenen Samen.

Kann man zu wenig Saatgut ins Keimglas geben?

Eigentlich kaum. Die Ernte fällt dann einfach kleiner aus. Für die Keimung ist eine kleine Menge kein Problem.

Was passiert bei zu viel Saatgut?

Das Glas wird sehr dicht, lässt sich schlechter spülen und bleibt im Inneren leichter feucht. Reduziere beim nächsten Durchgang einfach die Menge.

Kann ich verschiedene Sprossensamen miteinander mischen?

Ja, wenn die Sorten ähnliche Quell- und Keimzeiten haben. Für den Einstieg würden wir aber zunächst einzelne Sorten ausprobieren. So lernst du schneller, wie sie sich im Keimglas verhalten.

Noch kein Keimglas?

Unser 500-ml-Keimsprossen-Glas steht auf einem Edelstahlgestell automatisch schräg, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Eine 5-g-Portion Radish Mix für den ersten Versuch ist bereits dabei.

Keimglas ansehen →

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